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Sobald Ihr den Verlauf Eurer Modellbahnartikeln selbst durchführen möchtet, gibt es aus meiner Sicht keine Alternative zu eBay, um ein gutes Ergebniss zu erzielen. Zwar sind die eBay-Gebühren mit ca. 5% - 8% im ersten Augenblick abschreckend, ich kann Euch allerdings versichern, dass die Plattform es wert ist.

Ich habe unten meine Erfahrungen zusammengefasst, um es Euch zu ermöglichen, optimale Ergebnisse zu erzielen. Sollte Euch der Aufwand zu groß sein, gibt es immer noch die Möglichkeit, Verkaufsagenten wie mich einzuschalten. Ich bin mir dabei sicher, dass die dabei anfallenden Provisionen durchaus zu rechtfertigen sind.

In den folgenden Hinweisen, konzentriere ich mich darauf, wie Ihr die Ergebnisse in eBay verbessern könnt. Auf abwicklungsorganisatorischen Informationen habe ich dabei verzichtet. Das würde den Rahmen sprengen.


Das Thema des Auslaufzeitpunktes ist bestimmt eines der meist diskutiersten Themen bei der Durchführung von Auktionen. Deshalb möchte ich hier auch darauf hinweisen, dass die hier ausgesprochenen Emfehlungen auf meinem Beobachtungen und Erfahrungen im Modellbahnbereich basieren.

Das Modelleisenbahngeschäft ist ein Saisongeschäft. Dadurch ergeben sich unterjährige Schwankungen. Die günstigsten Monate sind aus meiner Sicht Januar bis März, um den Verkauf zu tätigen. Gerade in der Nachweihnachtszeit scheint die Nachfrage das Angebot erheblich zu übertreffen. Die Folge sind gute Preise für die Verkäufer. Ungünstige Monate sind von Ostern bis zum Beginn der Sommerferien. Hier könnte es daran liegen, dass doch einige gezwungen sind, zur Aufbesserung der Urlaubskasse Ihre Modelleisenbahn zu verkaufen.

Mit dem Beginn der Sommerferien ziehen die Preise wieder an. Ich führe das auf das relativ geringe Angebot zurück. Ab September steigt dann auch wieder das Angebot. Ich vermute, dass nun viele aus dem Urlaub zurück sind und dass viele auch denken, dass nun wieder Bedarf für Modelleisenbahnartikel besteht. Meine Erfahrungen zeigen, dass hier teilweise das Angebot die Nachfrage erheblich übersteigt. Grundsätzlich sind hier aber durchaus gute Verkaufsergebnisse zu erzielen. Ab Anfang Dezember sind dann viele schon im Weihnachtsstress, was dazu führt, dass das Angebot und Nachfrage zurückgehen.

Auch innerhalb jedes Monats gibt es Preisschwankungen. Was vielleicht banal klingt, aber durchaus ein Thema ist der Umstand, dass am Monatsanfang das Gehalt bzw. die Rente ausbezahlt wird. Folglich ist um die Monatswende mehr am Geld am Markt. Tendenziell führt das dann auch zu besseren Verkaufergebnissen.

Innerhalb der Woche ist der Sonntag der Höhepunkt der eBay-Woche. Der Sonntag ist aber gerade für Verkäufer mit Vorsicht zu geniessen. Teilweise werden derart viel Artikel zur Versteigerung angeboten, dass die Preise in den Keller rauschen. Auch scheint es so zu sein, dass am Nachmittag/Spätnachmittag bessere Ergebnisse zu erzielen sind als am Abend.

Montags habe ich manchmal das Gefühl, dass alle Käufer noch ihre Wunden von den sonntäglichen Streifzügen lecken müssen. Vom Montag würde ich somit abraten. Ab Dienstag geht es dann wieder mit den Preisen aufwärts, am Mittwoch und Donnerstag sind die besten Preise zu erzielen. Meine Empfehlung für den Einstellpunkt von Montag bis Donnerstag liegt zwischen 18.30 Uhr und 21.00 Uhr.

Der Freitag ist wieder ein kritischer Termin. Hier sind wohl viele schon in Wochenendstimmung, die Modelleisenbahn scheint da keine so große Rolle zu spielen. Wenn der Freitag gewählt wird, sollte die Auktion nicht nach 19.00 Uhr auslaufen.

Der Samstag hat sich in den letzten Monaten durchaus als guter Verkaufstag gezeigt. Auktionen sollten hier am Nachmittag/Spätnachmittag auslaufen. Vom Auktionsende nach 19.00 Uhr rate ich ab.

Eine Besonderheit bilden noch die Feiertagen. Gerade an den Abenden vor den Feiertagen sollte auf den Verkauf verzichtet werden. Das hat sich immer wieder als fataler Fehler erwiesen, dort Auktionen auslaufen zu lassen. Das gilt insbesondere für die Feiertage im Frühjahr. Da scheint die Sehnsucht nach einem gegrillten Steak größer zu sein, als die Sehnsucht nach einer neuen Lok für die Anlage.


Bei der Laufzeit der Auktion gilt die Regel: desto länger die Auktion, desto höher die Ergebnisse ! Die Ursache liegt darin, dass dann mehr Besucher und damit potenzielle Käufer die Chance haben, auf die Auktion aufmerksam zu werden.

Selbst führe ich immer 7-Tage-Auktionen durch, weil das für ablauftechnisch einfacher ist. Bei einer einmaligen Verkaufsaktion sollte aber darüber nachgedacht werdem, die 10-Tage-Auktionen zu nehmen.


Steht eine Anlage oder Sammlung zum Verkauf, stellt sich immer die Frage, wie das Angebot erfolgen soll. Soll die Sammlung oder die Anlage als Ganzes und in einzelnen Stücken angeboten werden ? Grundsätzlich ist hier die Regel, dass in Summe höhere Ergebnisse zu erzielen sind, wenn die Artikel einzelnd angeboten werden.

Loks sollten immer einzelnd angeboten werden. Es ist immer unwahrscheinlich, dass ein Käufer eine ganz bestimmte Lokszusammenstellung kaufen möchte. Folglich macht er bei seinem Gebot Abschläge für die Loks, die er nicht haben möchte. Das gilt auch für hochwertige Waggons in Originalverpackung. Nicht originalverpackte Ware oder Standardware kann durchaus in Konvoluten angeboten werden.

Steuereinheiten, Schienen, Signale, Oberleitungen, Häuser, usw. sollten immer getrennt voneinander angeboten werden. Auch hier ist es unwahrscheinlich, dass jemand wirklich alle angebotenen Artikel benötigt.Bei der Zusammenstellung sollte auch darauf geachtet werden, dass das vermutliche Ergebniss die Versandgebühren rechtfertigt. Auch sollten die Zusammenstellungen nicht größer als "haushaltsübliche" Mengen sein.

Wenn die Artikel dann verkauft werden sollen, sollten sie in einem Rutsch angeboten werden. Das kann dann durchaus über mehrere Tage erfolgen. Mehrfachbieter werden das erkennen und es mit guten Geboten danken. Persönlich rate ich davon ab, alle Auktionen an einem Tag auslaufen zu lassen.


Nicht zu unterschätzen ist der Titel der Auktion. Er hat deshalb eine so hohe Bedeutung, weil viele Käufer über den Titel nach interessanten Auktionen suchen und weil er in den Suchergebnissen erscheint. Dadurch dass die Anzahl der Zeichen im Titel begrenzt ist, ist hier oft Kreativität gefragt.

Ihr solltet Euch immer fragen, was die wichtigsten Stichworte sind, die im Titel erscheinen sollten, um den Käufer auf die Auktion aufmerksam zu machen. Hier ist es dann sicherlich eine Hilfe, dass Ihr Euch einfach vorstellt, mit welchen Stichworten Ihr den Artikel suchen würdet, wenn Ihr einen solchen Artikel selbst kaufen wolltet.

Aus meiner Sicht das wichtigste Merkmal im Modellbahnbereich ist der Hersteller. Der Name des Herstellers sollte deshalb auf jeden Fall erscheinen.


In der Beschreibung sollte genau aufgeführt sein, was in der Auktion beinhaltet ist und in welcher Qualität sich die Artikel befinden. Zusätzlich sollten dann aussagekräftige Bilder eingestellt werden. Nur dann ist gewährleistet, dass ein optimales Ergebnis erzielt wird.

Bei Loks sollte immer angeben werden, welche Märklin-Artikelnummer die Lok hat, ob es sich um eine Dampf-, Diesel- oder Elekrolok handelt, wie die Betriebsnummer lautet, ob sie für den analogen bzw. digitalen Betrieb geeignet ist und wie die Lok ausgestattet ist (Motor, Umschalter, Decoder, Spitzensignal, usw.). Auch ist anzugeben, ob die Originalverpackung noch verhanden ist. Sollte die Lok aus einer Startpackung stammen, sollte angegeben werden, aus welcher Startpackung die Lok stammt.

Stehen Waggons zum Verkauf ist auch hier die Märklin-Artikelnummer und der Wagentyp anzugeben. Wenn die Waggons in Originalverpackung geliefert werden, sollte darauf hingewiesen werden. Auch könnte noch die Betriebsnummer aufgeführt werden, aber die scheint bei Waggons nicht die Bedeutung wie bei den Loks zu haben.

Bei Zubehör wie Steuereinheiten, Schienen, Signale, Oberleitungen, usw. sind alle Artikel mit der entsprechenden Stückzahl aufzuführen. Je genauer die Aufstellung ist, desto höher werden auch die Gebote sein.

Kommen wir nun zum heiklen Thema der Bewertung der Qualität der aufgeführten Artikel. Hier ist die grundsätzliche Neigung zu beobachten, die angebotenen Artikel besser beschrieben werden als sie in Wirklichkeit sind. Hier kann ich absolut von abraten. Abgesehen davon, dass hier die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuches ("Argliste Täuschung") beachtet werden müssen, ist auch erheblicher Ärger mit dem Käufer und eBay vorprogrammiert.

Dazu kommt, dass viele eBay'er sich darüber bewusst sind, dass sie gebrauchte Ware erstehen. Sie akzeptieren auch den ein oder anderen Mangel. Ehrlichkeit in der Beschreibung wird da durchaus von den Bietern honoriert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Auslaufzeitpunkt der Auktion viel entscheidender ist, als die Qualität der Ware.

Neben der verbalen Beschreibung sind auch aussagekräftige Bilder von großer Bedeutung. Meine Erfahrungen sagen mir, dass sich die Bieter die Bilder sehr genau anschauen, den Text aber oftmals nur überfliegen. Deshalb ist es wichtig, dass die Teile auf den Bildern gut zu erkennen sind. Meine Empfehlung lautet daher, lieber mal ein Bild mehr einzustellen, um die Aussagekraft zu erhöhen.

Oftmals scheinen die Artikel in einer wesentlich besseren Qualität auf dem Bild als in der Realität. Auch hier würde ich empfehlen, darauf hinzuweisen.


Beim Versand ist meine Emfehlung, alle Artikel grundsätzlich versichert zu versenden. Ihr geht damit von Anfang an allen Ärger aus dem Weg. Zwar liegt das Transportrisiko bei Privatverkäufe beim Empfänger, aber im Fall der Fälle ist der Ärger vorprogrammiert, wenn mal eine Sendung verloren geht und Ihr nicht nachweisen könnt, den Artikel auch versendet zu haben.

Auch die Versandkosten sind ein wichtiges Thema bei der Durchführung von Auktionen. Die Käufer kalkulieren die Versandkosten meistens mit ein. Somit helfen auch Zuschläge auf die tatsächlichen Versandkosten nicht, um das eigene Ergebnis zu verbessern.

Ihr solltet auf jeden Fall einräumen, dass Käufer Artikel sammeln können, um sie dann in einem Paket zu versenden. Auch das führt dazu, dass sich die Anzahl der Bieter auf den Auktionen erhöht.