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Weichen haben eine besondere Bedeutung für unsere Anlagen und sind ein erheblicher Kostenfaktor beim Modellbau. In den folgenden Ausführungen möchte ich deshalb Hinweise und Anregungen geben, was beim Umgang mit gebrauchten Weichen zu beachten ist.

Neben den typischen Problem mit Weichen werde ich auch Informationen zum Einsatz von gebrauchten Weichenantrieben geben.


Die Ausführungen zu gebrauchten Gleisen gelten grundsätzlich auch für gebrauchte Weichen. Es muss aber beachtet werden, dass sich an Weichen bewegliche Teile befinden, die empfindlich für Schmutz, Staub und Verschleiss sind. Während bei den gebrauchten Gleisen die Qualität an optischen Eigenschaften festgemacht wird, muss bei Weichen auch das Thema der Betriebssicherheit und Funktionalität beachtet werden.

Wenn der Modellbauer nun vor der Frage steht, ob er gebrauchte Weichen auf seiner Anlage einsetzt, sollte er bedenken, das auch eine neue Weiche irgendwann mit dem Problem von Staub und Schmutz zu kämpfen haben. 


Sollte dann mal eine Weiche schwergängig sein, lässte sie sich leicht auseinandernehmen und reinigen. Meistens helfen aber schon ein paar Spritzer Reinigungsspray auf die Verankerunen der Weichezungen, um die Beweglichkeit der Weichen wieder herzustellen.

Auch passiert es schon einmal, dass die Feder in der Weiche abspringt. Das kann man daran feststellen, dass beim Umschalten kein Widerstand zu spüren ist. Hier sollte die Weichenrückwand entfernt werden und die Feder wieder eingehängt werden.


Ein Defekt, mit dem ich schon öfters konfrontiert worden bin, sind die abgebrochenen Führungen (Nasen) für den Umschalthebel. Meistens ist das abgebrochene Stück nicht mehr vorhanden, womit dann eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Aber selbst wenn das abgebrochene Stück noch vorhanden ist, gestaltet sich eine Reparatur äußerst schwierig.

Die Weiche lässt sich dann als manuelle Weiche nicht mehr verwenden. Wird die Weiche mit einen elektrischen Antrieb ausgerüstet, wird sie jedoch weiterhin gute Dienste leisten. Auch als Passivweiche ist sie natürlich zu verwenden.


Gerade bei älteren Weichen passiert es schon einmal, dass die Aufnahmen für die Befestigungsschrauben der Weichenantriebe bei der Installation wegplatzen. Hier habe ich bisher noch kein wirklich erfolgreiches Verfahren gefunden, um das zu vermeiden. Versucht habe ich es mit Öl, mit Heissluft und auch mit kürzeren Schrauben. Letztlich liess es sich aber nicht vermeiden, dass immer mal wieder die Aufnahmen wegplatzten.

Was im ersten Moment nach einem Totalverlust der Weiche aussieht, ist bei näherer Betrachtung jedoch kein wirkliches Problem. Die Weichenantriebe können problemlos eingeklebt werden. Ob nun doppelseitiges Klebeband, Allzweckkleber oder die Heissklebepistole genommen wird, alles scheint gut zu funktionieren und wird von Modellbahnern verwendet.

Hierbei ist zu auch zu bedenken, dass die Weichenantriebe in die Führungen einrasten, die auf der Weiche für sie vorgesehen sind. Wenn nun die Weiche auf einer Platte festgeschraubt wird, erhält der Weicheantriebe automatisch eine Fixierung.


Bei den gebrauchten Weichenantrieben 74490 ist erst einmal zu beachten, dass es verschiedene Generation gibt.

Ich bin bisher mit vier verschiedenen Typen konfrontiert worden. Wahrscheinlich gibt es noch wesentlich mehr verschiedene Baureihen, optisch kann man aber vier Typen  auseinanderhalten.


Das größte Problem der gebrauchten Weichenantriebe besteht darin, dass es bei den ersten drei Generationen dazu kommen kann, dass die Weichenzungen springen können. Die Weichenzunge entfernt sich dann vom Außengleis (ein bis zwei Millimeter). Das  führt dann im laufenden Betrieb zu Entgleisungen.

Der Grund liegt darin, dass Märklin die Weichenantriebe auch für die Kreuzungsweiche und Dreiwegweiche konstruiert hat. Um die Weichen zu schalten, werden dort größere Kräfte benötigt als bei den normalen Weichen. Um die Antrieben bei den normalen Weichen zu bändigen, hat Märklin früher einen Widerstand mit 6,8 Ohm beilegt. Der  Widerstand wird dann zwischen dem Weichenausgang und Masse eingesetzt. Das Problem war damit behoben.

Interessanterweise fällt der Effekt oft weg, wenn die Weichenantriebe mit Decodern eingesetzt werden.


Ein genau gegensätzliches Problem sind schwergängige Weichenantriebe. Die Ursache sind meistens Verschmutzungen. Hier hilft nur, den Weichenantrieb auseinanderzunehmen und zu säubern.


In den Weichenantrieben für die C-Gleis-Weiche sind im Gegensatz zu den Weichenantrieben der M-Gleis-Weichen Endabschalter eingebaut. Das verhindert, dass die Spule der Weichenantriebe durchschmort. Die Funktionalität bezeichnet man auch als automatische Endabschaltung.

Sollte nun der Endabschalter defekt sein, wird die Spule solange mit Strom versorgt, bis der Taster am Stellpult oder Keyboard losgelassen wird. Das führt zu Aufhitzung des Weichenantrieb und kann zu Durchbrennen oder Schmelzen der Plastikteile in der Weiche führen. Ich würde persönlich von einem Einsatz abraten, wobei es auch Modellbahner gibt, die diese Weichenantriebe auf ihren Anlagen einsetzen.


Die Kupplung zur Aufnahme der elektrischen Zuleitungen ist sicherlich ein Schwachpunkt der Weichenantriebe. Hier kann es passieren, dass sie sich von der Platine der Weichenantriebe lösen, wenn die Zuleitung öfters entfernt und wieder eingesteckt wird.

Auch hier gibt es eine relativ einfache Lösung. Der Weichenantrieb ist dann zu öffnen und die Kabel können direkt angelötet werden.